Entwicklung des LAP Weißensee/Heinersdorf

Seit 2003 kooperieren der Bezirk, die Netzwerkstelle [moskito] und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus beim Vorgehen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Pankow eng miteinander. Gemeinsam wurde 2003 ein LAP Pankow entwickelt, umgesetzt und in den folgenden Jahren bis 2006 fortgeschrieben. Der Bezirk nahm von 2007 bis 2010 am Bundesprogramm „VIEFALT TUT GUT“ mit einem LAP für den Gesamtbezirk teil. Es zeigte sich jedoch, dass im Einwohnerstärksten Berliner Bezirk nicht alle Ortsteile (darunter Weißensee) wirkungsvoll erreicht werden konnten. Der Konflikt um den Bau der Moschee in Heinersdorf in 2006 trug zur Bildung der Initiative „Wir sind Pankow: tolerant und weltoffen“ (WOP) bei, die sich u. a. mit einem Plakatwettbewerb zu Vielfalt und Respekt im Bezirk positionierte. Die breite Vernetzung von WOP bewährte sich vor allem bei der Koordinierung der Gegenproteste gegen Nazi-Aufmärsche im Bezirk. Zu den Mitbegründer/ innen der Initiative „Wir sind Pankow“ gehörten auch Akteur/innen aus Weißensee und Heinersdorf. Als Reaktion auf den Moscheebaukonflikt und die Bildung der IPAHB entstand die Bürger/inneninitiative „Zukunftswerkstatt Heinersdorf“, deren Vertreter/- innen inzwischen beim LAP Pankow sowie auch beim LAP Weißensee aktiv sind. Es gibt verschiedene regional bzw. überregional wirkende Netzwerke, Initiativen und Gremien im Bezirk. Dazu zählen der Integrationsbeirat, das InterKULTURelle Haus Pankow, der Frauenbeirat, der Freundeskreis ehemaliges Jüdisches Waisenhaus Pankow oder auch Initiativen wie VOSIFA.

Darüber hinaus gibt es vor Ort alternative Jugendgruppen, die sich insbesondere gegen Rechtsextremismus engagieren. Als Reaktion auf die Eröffnung des „Thor Steinar“-Ladens in der Berliner Allee 11 gründete sich ein Bündnis „Stopp Thor Steinar“, das Info Veranstaltungen anbietet und Bürgerinformationen vorbereitet. Dieses Netzwerk ist weiter auszubauen. Im Aktionsgebiet haben sich als Ergebnis einer Zukunftswerkstatt u.a. mit dem Bezirksamt in 2007 ein Netzwerk und die Initiative Mitgestalter gebildet. Das Frei-Zeit-Haus Weißensee ist in den Kooperationsverbund der Pankower Nachbarschaftszentren eingebunden. Der Verein für Weißensee e.V. widmet sich den Themen Jugend, Kultur und Denkmalschutz und organisiert regelmäßig das Weißenseer Blumenfest. In der IG-City haben sich Gewerbetreibende und Händler in der Berliner Allee zusammengeschlossen. Die IG-City hat sich kritisch positioniert gegenüber dem Tonsberg-Laden in der Berliner Allee in Weißensee, der das Modelabel Thor Steinar vertreibt.